Langer Kampf für 60 Prozent Verbesserung am Schulverbund Deutenberg

Zustände bessern sich langsam am Schulverbund Deutenberg, Gemeinderat soll noch 2018 Grundsatzbeschluss für eine Generalsanierung fassen.

Bernd Ellinger freut sich über die neuen Jalousien, die endlich eingebaut worden sind.

Bernd Ellinger freut sich über die neuen Jalousien, die endlich eingebaut worden sind.

Bernd Ellinger, Rektor des Schulverbundes Deutenberg, ist verhalten optimistisch: Nach dem lauten und wütenden Aufschrei vieler Eltern über den desolaten Zustand der Schule vor einem Jahr hat sich tatsächlich etwas verbessert.

  • Das hat sich getan: „Ungefähr 60 Prozent des kaputten Fußbodenbelags sind ausgetauscht und einige der Jalousien sind auch repariert worden.“ Jetzt hofft Bernd Ellinger, dass es zügig weitergeht und auch der Rest der Jalousien erneuert wird. Das waren die drängendsten Probleme, die Spitze des Eisbergs quasi, an der Schule mit rund 970 Schülern, die baulich an vielen Stellen marode ist.
  • Das fehlt: Die Heizung funktioniert nicht richtig, bei Regen tropft Wasser von der Decke, Fenster lassen sich nur schwer bedienen, es gibt keine Wärmedämmung der Außenhülle. Die dringend benötigten Gefahrgutschränke für den Chemieunterricht, die vor Weihnachten da sein sollten, kommen jetzt vermutlich um Ostern herum. Ein Loch im Dach sei zwar geflickt, aber dafür gibt es immer wieder neue Stellen, wo Wasser ins Gebäude eindringt. Ganz oben auf der Wunschliste von Bernd Ellinger steht ein Windfang für den Eingangsbereich, so könnte der starke Durchzug im Foyer beim Haupteingang abgemildert werden, die Schüler müssten nicht mit Mänteln in diesem Bereich sitzen. „Im Winter ist es wirklich bitterkalt hier.“
  • Das sagt die Stadt: Die Pressesprecherin der Stadt, Oxana Brunner, betont, dass dieses Jahr noch der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss fällen sollte, wie es mit der dringend notwendigen Generalsanierung des Schulverbundes weitergeht. Im Raum steht die Überlegung, die noch bis 2019 gemieteten Container für die Auslagerung der Deutenberg-Gymnasiasten während der Sanierung, eventuell zu kaufen. Das würde Sinn machen, wenn mit dem Schulverbund die nächste große Sanierung ansteht. „Der Beschluss, was mit den Containern geschieht, muss dieses Jahr fallen“, so Brunner. Wenn der Gemeinderat einen Planungsbeschluss für eine Generalsanierung trifft, stehen bereits 100 000 Euro dieses Jahr im Haushalt bereit, damit könnte ein externes Fachbüro beauftragt werden. 200 000 Euro, die für 2017 ebenfalls schon als Planungsrate im Haushalt bereitstanden, möchte die Verwaltung gerne für weitere, dringende Instandsetzungsarbeiten verwenden. „Da werden wir auch nochmals in den Gemeinderat gehen.“ Mit diesem Geld könnte beispielsweise der Windfang, der auch energetisch absolut Sinn macht, gebaut, und die Böden weiter ausgetauscht werden, so Oxana Brunner. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, so Ellinger. „Aber es wäre falsch, die Container ohne Gespräche mit uns, möglicherweise zu kaufen.“ Denn mit den vorhandenen Containern sei es nicht getan – der Schulverbund sei schließlich größer als das Gymnasium und habe einen anderen Bedarf bei den Klassenzimmern. Ein Eins-zu-Eins-Wechsel würde demnach gar nicht funktionieren. „Diesbezüglich nachgefragt wurde aber seitens der Stadtverwaltung noch nie bei uns“, stellt Bernd Ellinger klar.
  • Instandsetzung nicht vernachlässigen: Seit Jahren kämpft Bernd Ellinger für die Instandsetzung seiner Schule, er habe nie den großen Berg der Generalsanierung gefordert, er ist Realist genug zu wissen, dass dies in den nächsten Jahren schwer umzusetzen sein wird. „Ich wollte in kleinen Schritten eine Verbesserung erreichen, aber zu sagen, wir warten auf die Generalsanierung und bis dahin passiert gar nichts, geht nicht.“ So kommt bei ihm keine überschwängliche Freude auf angesichts der Verbesserungen, die jetzt seit einigen Monaten an seiner Schule etwas bessere Rahmenbedingungen für den Unterricht bieten: „Wir haben viele Jahre dafür gekämpft, man fragt sich nur, warum das so lange gedauert hat.“ Seiner Meinung müsse man bei den Investitionen für die Schule sorgfältig unterscheiden, für was das Geld ausgegeben wird: Wenn Gelder notwendig sind, um den von der Stadt gewünschten Schulverbund zu realisieren, oder Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden, entlasse das die Stadt nicht aus der Pflicht, auch für die notwendige Instandsetzung Geld in die Hand zu nehmen.
  • Selbsthilfe: Die ersten Verbesserungen baulicher Art haben Eltern, Schüler und Lehrer auch motiviert, selbst wieder Hand anzulegen und einige Wände im Schulgebäude zu streichen. „Nur wegen hübsch kommen wir ja gar nicht zur Stadt“, erklärt Bernd Ellinger.

Claudia Hoffmann  Südkurier

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